SNRIS - abgeschlossen

Inhaltsverzeichnis

 

1. Hintergrund und Zielsetzung des Projektes
2. Kolloquien
a. KOLLOQUIUM: ÄGYPTISCHE KULTE AUF MÜNZEN

 

1998 wurde auf Initiative von Kollegen der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, Paris ein Projekt zur Erstellung einer "Sylloge Nummorum Religionis Isiacae et Sarapiacae (SNRIS)" ins Leben gerufen. Daraufhin haben sich neun Wissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland zu einer Forschungsgruppe zusammengeschlossen, an der auch das "Griechische Münzwerk" beteiligt ist. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Internationalen Numismatischen Kommission.

 

Hintergrund und Zielsetzung des Projektes

Als Folge des Eroberungsfeldzuges von Alexander dem Großen nach Ägypten erlangten die Kulte der ägyptischen Götter weite Verbreitung in der gesamten antiken Oikumene. Sie sind in den hellenistischen Nachfolgestaaten des Alexanderreiches ebenso anzutreffen wie dann zunehmend in den Provinzen des späteren römischen Imperiums. Die Verbreitung der Kulte läßt sich anhand archäologischer, inschriftlicher und literarischer Zeugnisse dokumentieren und manifestiert sich insbesondere in den zahlreichen Münzen, die Bilder ägyptischer Gottheiten tragen. Die populärsten ägyptischen Götter waren Isis und Sarapis. Münzen mit ihren Abbildungen bzw. den Darstellungen ihrer Symbole sind seit der hellenistischen Zeit verbreitet. In der römischen Epoche treten diese Münzbilder nicht nur auf Emissionen Alexandrias – der Münzstätte in Ägypten – auf, sondern sind auch häufig im Typenreservoir Roms und zahlreicher lokaler Münzstätten in den Provinzen des Imperium Romanum vertreten. Diese Münzen sind noch nie umfassend zusammengetragen worden. Um zu Aussagen über die Verbreitung der Kulte, ihren zeitlichen Horizont, ihre Zielgruppen etc. zu gelangen, ist aber eine solche Erfassung der Münzen eine notwendige Voraussetzung. Diese Erschließung und Dokumentation aller Münzen mit Bezug auf die ägyptischen Götter ist die erste Aufgabe des Projektes zur Erstellung einer Sylloge Nummorum Religionis Isiacae et Sarapiacae; die zweite, darauf basierende ist die umfassende historische und kulturhistorische Auswertung dieser Münzen.

 

Die Arbeitsstelle des "Griechischen Münzwerkes" hat die Erfassung und Auswertung aller Münzen mit Isis- und Sarapisdarstellungen in den Provinzen Thrakien und Mösien übernommen.

 

 

Kolloquien

Ein erstes Arbeitstreffen der Projektgruppe fand am 9. April 1999 im Zusammenhang mit dem Ier Colloque International sur les Études Isiaques in Poitiers, Frankreich statt (vgl.: De Memphis à Rome: actes du Ier Colloque international sur les études isiaques, Poitiers - Futuroscope, 8–10 avril 1999, édités par L. Bricault, Leiden/Boston 2000 [Religions in the Graeco-Roman world, vol. 140]). Für das zweite Treffen vom 28.–30. Juni 2001 ist das "Griechische Münzwerk" Gastgeber. Die dafür erforderliche finanziellen Mittel konnten bei der Hermann und Elise geborene Heckmann Wentzel-Stiftung eingeworben werden. Der Stiftung sei an dieser Stelle vielmals für die Unterstützung des Kolloquiums gedankt. Die öffentlichen Vorträge finden am 29. Juni 2001 in der Tagungsstätte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Schloß Blankensee (14959 Blankensee, Dorfstraße 1) statt. Interessenten sind herzlich eingeladen.


KOLLOQUIUM: ÄGYPTISCHE KULTE AUF MÜNZEN

 


Freitag, 29. Juni 2001


9.00–9.30 Uhr
Ermanno A. Arslan (Milano)
Die ägyptischen Kulte auf den reichsrömischen Münzen sowie auf den Provinzialprägungen in Afrika und auf dem griechischen Festland



9.30–10.00 Uhr
Christian Augé (Paris)
Die ägyptischen Kulte auf den Münzen des Nahen Ostens (Syrien, Phönizien, Palästina und Arabien) sowie auf den Münzen der Seleukiden und der Lagiden



10.00–10.30 Uhr
Giulia Sfameni Gasparro (Messina)
Die Münzen der westlichen Mittelmeerinseln mit Isis- und Sarapisdarstellungen



10.30–11.00 Uhr
Ulrike Peter (Berlin)
Die ägyptischen Gottheiten auf den Münzen von Thrakien und Moesien 11.15–11.45 Uhr
Laurent Bricault (Paris/Poitiers)
Die Darstellungen ägyptischer Gottheiten auf den Emissionen Spaniens, Nordafrikas, des kimmerischen Bosporos und des Kuschan-Reiches sowie auf den Münzen von Mysien, Troas, Aeolis, Lykaonien und Kappadokien



11.45–12.15 Uhr
Fabrice Delrieux (Jacob-Bellecombette)
Die ägyptischen Gottheiten auf den Münzen von Ionien und Karien



12.15–12.45 Uhr
Richard Ashton (London)
Die ägyptischen Kulte auf den Münzen von Kaunos, Knidos, Stratonikeia sowie Rhodos



15.00–15.30 Uhr
Wolfgang Leschhorn (Braunschweig/Saarbrücken)
Die Isis- und Sarapisdarstellungen auf den Münzen von Pontus, Paphlagonien, Bithynien, Lydien und Phrygien



15.30–16.00 Uhr
M. François Planet (Lyon)
Die ägyptischen Gottheiten auf den Münzen von Lykien, Pamphylien, Pisidien, Kilikien und Galatien



Die schön gelegene Tagungsstätte – das Schloß Blankensee – in 14959 Blankensee, Dorfstraße 1 ist am besten mit dem PKW zu erreichen, oder man fährt von Berlin mit dem Regionalexpress 4 bis Trebbin, von Trebbin nach Blankensee verkehrt der Bus 750.